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Am Morgen waren wir wieder recht zeitig wach. Geduscht, gefrühstückt, Auto gepackt und schon
waren wir pünktlich 7 Uhr unterwegs. Zuerst fuhren wir noch einmal in den „Stadtkern“ von
Georgetown. Hatte es gestern noch geregnet, hofften wir diesmal auf bessere Bilder. Leider
war es noch so schattig in dem Tal, dass es für schöne Bilder schlichtweg zu dunkel war,
aber wie oft kommen wir hier wieder her? - daher haben wir auf gut Glück ein paar Bilder
geschossen:
Langsam kam die Sonne hinter den Bergen hervor und bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir
auf dem I-70 gen Westen. Diesen Morgen ließ mich Danilo das erste Mal hinters Steuer :dance:
und was soll ich sagen, solch ein großes Auto zu fahren macht einfach Spaß.
Wie auch schon auf unseren vergangenen Reisen wollten wir, wo es möglich war, Interstates
vermeiden und lieber auf kleinere, meist landschaftlich reizvollere Straßen ausweichen.
Immerhin sahen wir hier am Interstate ein Deer, welches das erste und letzte an diesem Tag
bleiben würde. Wenig später verließen wir den I-70, um auf dem HW-6 über den Loveland Pass
weiter nach Dillon zu fahren. Einige Serpentinen sind hier zu bewältigen, bevor man auf dem
Pass ankommt. Und man (Frau) sollte aufpassen, dass sie nicht einfach am Pass vorbeifährt.
Nein, ich hab es noch geschafft anzuhalten - stimmts, Danilo? :pfeifen:
Lange jedoch hielten wir uns nicht im Freien auf, da es bei einer frischen Prise, verdammt
kalt war. Die anschließende Fahrt Richtung Keystone hat uns landschaftlich sehr gut gefallen.
Wir hatten dabei auch genug Zeit uns abseits der Strasse umzusehen, da vor uns ein Truck
recht langsam unterwegs war. Keystone selbst erlebt wohl seine Blütezeit nur zur Skisaison.
Jetzt war dort nichts los, außer einigen Vorbereitungen für die Saison – Seilbahnarbeiten
etc. Daher ging es direkt weiter Richtung Dillon. Wir wollten die Dam Rd. nehmen, um bei dem
schönen Wetter noch etwas den Blick auf das Dillon Reservoir genießen, doch diese war
geschlossen (Wieso stehen die Schilder immer erst kurz davor? U-Turn ... ), also ging es
doch schneller als gedacht wieder auf den I-70.
Als Tagesziel stand Glenwood Springs auf dem Plan, welches nur 90 Meilen von Dillon entfernt
war. Es war kurz vor Mittag, somit hatten wir noch sehr viel Zeit zur Verfügung. Kurzerhand
entschlossen wir uns heute schon über den Independence Pass zu fahren, der eigentlich erst
fürs Urlaubsende eingeplant war. Wir verließen den I-70 wieder, um auf der State Highway 91
Richtung Leadville zu fahren. Die Strecke selbst ist nichts Besonderes. Es war einfach nur
schön und wir spürten einmal mehr, dass wir endlich Urlaub hatten.
Es dauerte nicht lange bis wir in Leadville ankamen. Der Ort liegt sehr idyllisch vor der
Kulisse der Rocky Mountains und zumindest an diesem Morgen wirkte alles friedlich. Wir waren
die einzigen Touristen, die man als solche ausmachen konnte, der Rest waren Einheimische.
Leadville wurde Mitte des 19 Jahrhunderts als Bergbaustadt gegründet, als in den nahe
gelegenen Bergen Silber gefunden wurde. Es war ruhig auf den Straßen und so entschieden wir
uns, dass Auto abzustellen und ein wenig an der Hauptstraße spazieren zu gehen. Die alten
Häuser waren alle in gutem Zustand und so verbrachten wir einige Zeit beim Fotografieren und
in den Läden stöbern.
Danach ging es weiter Richtung Balltown, wo wir auf den State Highway 82 abbogen. Linkerhand
gab es immer wieder Abfahrten zu den Twin Lakes, die wir für den ein oder anderen Stopp
nutzten. Eine größere Pause verbrachten wir im Örtchen Twin Lakes. Dort war ein kleiner
Trail ausgewiesen, welcher uns die Gelegenheit gab, uns ein wenig die Füße zu vertreten.
Hier begegneten wir auch zum ersten Mal einem interessanten Insekt, dessen Artgenossen uns
in den nächsten Wochen fast täglich begleiten sollten. Im Flug sah es aus wie ein
Schmetterling, wenn es saß wie eine Heuschrecke und dabei machte es im Flug ein lautes
knatterndes Geräusch. Kurzerhand taufte Danilo die Tierchen – Schmetterschrecke.
Langsam zogen wieder Wolken auf und wir beeilten uns auf den Pass zu kommen. Oben angekommen,
mussten wir zwar ab und zu auf Sonnenschein warten, alles in allem hatten wir aber tolles
Wetter.
Wir aßen im Schutz unseres Autos (kalt war es nämlich hier oben *bibber*), bevor wir
weiterfuhren.
Direkt hinter dem Pass sollte die Ghosttown Independance liegen, so stand es zumindest in
unserem Reiseführer. Wir fanden nirgendwo ein Hinweisschild und eher zufällig hielten wir
an einem Parkplatz an, da dort die Aussicht recht schön war. Erst beim Aussteigen bemerkten
wir die Ghosttown im Tal. So liefen wir zwischen den z.T. stark verfallenen Häusern herum
und studierten dabei im Trailguide für was welches Haus früher genutzt wurde.
Es waren nur wenige andere Personen unterwegs, so dass wir alles in Ruhe genießen konnten,
bevor es weiter ging.
Ich war schon sehr gespannt, sollte doch der nächste Ort Aspen sein. Gehört hat sicherlich
jeder schon von Aspen, aber was soll ich sagen, mich hat er eher enttäuscht. Hotel an Hotel,
neben Appartmentkomplexen etc. Zwar alles in schönem Baustil, aber nichts, was man unbedingt
gesehen haben muss. Allerdings kann ich mir durchaus denken, dass der eine oder andere Star
die Ruhe hier genießt, schließlich ist weit und breit NICHTS.
Allerdings reichte der erste Kreisverkehr, den ich jemals in den USA gefunden habe, um meinen
Blutdruck zu steigern. Er war zweispurig und ich wollte Links-Abbiegen. Dummerweise landete
ich auf der äußeren Spur und die Einheimischen fanden es nicht so toll, dass ich nach der
ersten Abfahrt im Kreisverkehr weiterfahren wollte. Naja, es wurde kräftig gehupt, aber ich
bin trotzdem weitergefahren :wink: Ziel war der Maroon Lake. Jedoch stellte sich schnell raus,
dass man da nur mit einem Shuttlebus hin kam. Also alle Aufregung am Kreisverkehr umsonst und
nicht nur das, ich mußte da noch mal durch, aber diesmal kam zum Glück kein anderes Auto. *Puh*
Somit erreichten wir doch schneller als gedacht Glenwood Springs. Als erstes steuerten wir
den Friedhof an – sollte man dort doch das Grab von Doc Holliday finden. Um zum Friedhof zu
gelangen mussten wir ein ganzes Stück bergauf laufen und oben angekommen, brauchte ich
erstmal kurz eine Pause. Natürlich hatten wir kein Wasser mitgenommen, dachten wir doch der
Friedhof wäre einfacher zu erreichen.
Neben dem Grab von Doc Holliday sind viele weitere Gräber aus dieser Zeit, deren Erkundung
ich persönlich interessanter fand.
Wenig später stiefelten wir wieder bergab und ab hier
überließ ich Danilo das Steuer. Mich hatte der kurze Trail in der prallen Sonne einfach
geschafft.
Nach etwas Suchen entschieden wir uns für das „Silver Spruce Motel“, danach noch kurz zum
Safeway, um unsere Vorräte aufzufrischen und zum Tanken, damit wir am nächsten Morgen gleich
aufbrechen konnten. Zum Abendessen hatten wir uns im Reiseführer ein bestimmtes Restaurant
rausgesucht. Wir suchten und suchten, aber wir fanden nichts. Das Restaurant hatte vor
einiger Zeit geschlossen. Somit ging es zur zweiten Wahl, dem Fiesta Guadalajara, ein
mexikanisches Restaurant. Die konnten so gut englisch wie wir, aber das Essen war wirklich
gut. :essen:
Mit vollen Bäuchen ging es wieder zurück ins Motel, wo wir noch ein wenig durchs US-Fernsehen
zappten. Am nächsten Tag standen das Dinosaur N.M. und der „Fantasy Canyon“ auf dem Plan und
darauf war ich schon sehr gespannt...
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